vom 09.02.2013

Ostsee-Zeitung - De Prie bringt das Land in süße Versuchung

Rostock (OZ) - Schlemmen satt und das auf hohem Niveau. Das Paradies ist käuflich: Trüffeltorte, Mokka-Krokant-Torte oder Sanddorn-Sahne-Torte, Trüffel und Pralinen sowie Schokoladen in jeder denkbaren Geschmacksrichtung, dazu viele Eissorten — und über allem thront ein 70 Zentimeter großer Schokoladen-Hase. Das Schokoladen-Wunderland ist jetzt in Schmarl zu Hause. Die Schokoladerie de Prie hat auf einer Fläche von 450 Quadratmetern im früheren Iga-Fährhaus am Schmarler Fähranleger eine Manufaktur eingerichtet. Sie beliefert von dort aus die vier Geschäfte des kleinen Unternehmens.

„Wir können nun so produzieren, wie es allen Vorschriften entspricht“, begründet Ullrich Deprie (55) seine Entscheidung fürs „Fährhaus“. Mit der Manufaktur gebe es nun auch Planungssicherheit für die vier Geschäfte im Stadthafen, in Warnemünde, in Stralsund und seit November vergangenen Jahres auch in Güstrow. Wobei Deprie auch nichts gegen ein Geschäft in Schwerin hätte. „Es muss eine gute Lage haben, so eine Suche braucht Zeit“, so Deprie. Er freut sich, dass für die Manufaktur eine Mandelmühle angeschafft wurde, sodass die Palette bei Nougat- oder Marzipanprodukten erweitert werden kann.

Auch mit einer neuen Eis-Idee will er punkten: „Zitronenmelisse ist das Eis des Jahres“, ist Deprie überzeugt.

Katja Mewes (32) ist die Eis-Fee im Unternehmen. „Wir produzieren so 20 Sorten, doch der Klassiker ist das Schokoladeneis“, sagt sie. Klar, dass zur Eröffnung auch ein personifiziertes „Schokoladenmädchen“ im Einsatz ist. Mandy Hecht (23), sonst Verkäuferin im Stadthafen, bietet kleine Leckereien an. „Unsere Produkte sind gut, und das Verkaufen macht Spaß“, sagt sie und betont, dass im Rostocker Stadthafen Schokolade einfach immer Saison habe.

Einen prächtigen Osterhasen präsentiert Schokoladenmeisterin Christina Borchers (47). Der sechs Kilogramm schwere und 70 Zentimeter große Hase deckt wohl den Monatsbedarf einer Großfamilie. „Wir fertigen auf Wunsch auch Sonderformen an“, berichtet sie — fast alles sei möglich.

Für Sonderformen ist auch Konditormeisterin Dana Kickhefel (32) zu haben. „Am liebsten fertige ich Event- oder Hochzeitstorten an, die können bis zu fünf Etagen haben“, benennt sie die Größenordnung.

Im Tagesgeschäft gehe die Trüffeltorte besonders gut, aber auch der „Kalte Hund“ sei ein Renner geworden. Zwischen acht und 15 Torten produziert sie täglich, schließlich müssen vier Geschäfte beliefert werden.

Sabine Kiss (28) ist für die große Kunst zuständig. Sie malt Kakaobilder auf Marzipanflächen. Ist die Fläche so groß wie ein Kuchenblech, benötigt sie dafür schon mal mehrere Tage. „Die Bilder müssen immer erst trocknen, bevor man mit der nächsten Schicht beginnt“, erklärt sie. Kein Job für Ungeduldige. Eigentlich ist sie für die Trüffel und Pralinen zuständig, aber den großen und kleinen Kakaobildern gilt ihre Leidenschaft.

Und wie bleiben sie und ihre Kolleginnen bei der täglichen süßen Versuchung schlank? „Abends gibt es nur noch Salzstangen“, verrät sie. Doch probieren sei Pflicht. Der Chef Deprie schätzt, dass er zwar täglich nur 40 bis 50 Gramm Schokolade verkoste. Aber er verweist auf den süßen Teufel im Detail: „Die Summe machts.“

OZ-Preis für Deprie

Die Schokoladerie de Prie wurde 2005 gegründet. 2008 ist das Warnemünder Schokoladenhaus, 2010 das Stralsunder und 2012 das in Güstrow hinzugekommen. Die Firma hat jetzt 19 Mitarbeiter, sechs davon in der Produktion. Der Rostocker Ullrich Deprie, Gründer und Inhaber der Schokoladerie, bekam im Jahr 2008 den Existenzgründerpreis der OSTSEE-ZEITUNG.

Thomas Sternberg